Atomkraft - Die sauberste konventionelle Energie
Atomenergie
Atomenergie ist ein Energieprodukt, das durch induzierte Kernspaltung gewonnen wird. Schwere Atomkerne, die aus Uran-Isotopen bestehen, können durch das Eindringen eines Elektrons in viele kleine Atomkerne umgewandelt werden. Bei diesem Prozess wird kinetische Energie freigesetzt, die indirekt dazu verwendet wird, Atomstrom zu erzeugen. Die Wärme, die bei der Kernspaltung gewonnen wird, wird hierbei auf ein kühlendes Medium wie zum Beispiel Wasser übertragen und anschließend erhitzt. Es entwickelt sich Wasserdampf, der wiederum in elektrische Energie umgewandelt werden kann. Mehr als ein Viertel der erzeugten Strommenge im gesamten Bundesgebiet wird durch diese Technik gewonnen.

Die Kernenergie ist eine besonders günstige
und klimaschonende Möglichkeit der Stromerzeugung. Zwar gibt es
weitere umweltfreundliche Alternativenergien wie z.B. Solarenergie oder
Windenergie. Diese allein reichen aber noch nicht aus, um die
Strompreise stabil zu halten und Deutschland flächendeckend und
ausreichend mit Strom zu versorgen. Die CO²-Emission
bei der Gewinnung von Atomstrom ist zwar präsent, allerdings ist diese
Menge deutlich geringer als die Emissionswerte, die bei der
Stromgewinnung aus fossilen Brennstoffen gemessen werden. Bei fossilen
Brennstoffen wie Erdöl oder Erdgas entstehen im Gegensatz zu
Kernkraftwerken große Mengen an Kohlendioxid, die zum Treibhauseffekt beitragen.
Darüber hinaus ist Atomenergie mit einem rund 2,5-Millionen-Mal höheren Energiegehalt ausgerüstet als beispielsweise Steinkohle und die Brennstäbe können mehrere Male wiederaufbereitet werden.
Die Kernenergie wurde bereits seit Ende des 19.
Jhdt. erforscht. Zunächst wurde Atomenergie vor allem für militärische
Zwecke eingesetzt, die insbesondere während des Zweiten Weltkrieges zum
Einsatz kam. Danach wurde die Forschung fortgesetzt, bis 1951 die erste Glühlampe, durch elektrische Energie
aus Kernkraft, im US-Bundesstaat Idaho aufleuchtete. Seit Mitte der
50er Jahre sind Kernkraftwerke in Betrieb, die überwiegend mit dem
Kernbrennstoff Uran betrieben werden. Das wichtigste Geschäftsfeld der
Kernkraftwerke ist die Gewinnung von Atomstrom zur Stromversorgung von
Privathaushalten und Unternehmen. In Westeuropa
werden rund 30 Prozent des Stroms aus Atomenergie gewonnen, wobei
Frankreich und Litauen die Spitzenpositionen mit fast 80 Prozent
einnehmen. Achtzehn Länder Europas nutzen bisweilen den Atomstrom.
Italien ist aus der Kernenergienutzung ausgestiegen, weitere Länder
wollen folgen.
Insgesamt bestehen in 31 Ländern 210 Kernkraftwerke, die mit in der Summe 438
Reaktorblöcken ausgestattet sind. Die Vereinigten Staaten von Amerika
sind mit 104 Reaktoren das Land mit den meisten Reaktoren, gefolgt von
Frankreich und Japan.
Atomstrom ist umstritten – Befürworter
dieser Art der Energiegewinnung betonen vor allem die Preisstabilität
für Atomstrom sowie die flächendeckende Nutzungsmöglichkeit und die
Klimafreundlichkeit. Gegner des Atomstroms besinnen sich häufig auf
mögliche Unfälle, Sicherheits- und Gesundheitsrisiken, die beim Betrieb
von Kernkraftwerken sowie bei der Entsorgung und Wiederaufbereitung
von Brennstoffen auftreten können.
Bei der Förderung von Uran werden Stoffe freigesetzt, die
aufgrund ihrer Radioaktivität erheblich gesundheitsgefährdend sind. Nachweislich wurden
zahlreiche Arbeiter, die beispielsweise in der ehemaligen DDR im
Uranbergbau tätig waren, mit Krebserkrankungen konfrontiert. Haut- und
Lungenkrebs sind ebenso die Folgen von Radioaktivität wie Leukämie oder
Fehlbildungen bei Embryos oder Fehlgeburten.
Ob der normale Betrieb eines Kernkraftwerkes Risiken für die
Gesundheit der umliegenden Bewohner darstellt, konnte bislang noch nicht
ausreichend geklärt werden. Statistiken zeigen jedoch, dass Bewohner
und insbesondere Kinder in der Nähe von Kernkraftwerken häufiger von Krebs heimgesucht werden.
Die Sicherheitsbestimmungen bei der Gewinnung von Atomstrom sind
daher besonders hoch und werden in Deutschland auch sehr genau
eingehalten. Ein GAU, wie es in den 80er
Jahren in Tschernobyl der Fall war, hat
weitreichende gesundheitliche und finanzielle Folgen, die unter allen
Umständen vermieden werden müssen.
Trotz der Kritik an Atomstrom und den Gesundheitsrisiken besteht
eine Abhängigkeit von dieser Art der Energie.
Bislang wurde noch keine vergleichbare Energiequelle entdeckt, die den
gesamten Strombedarf, der beim heutigen Stand der Technik anfällt,
abdecken kann. Um den Lebensstandard halten zu können und auf Strom
nicht zu verzichten, ist Atomstrom aus der heutigen Gesellschaft nicht
mehr wegzudenken.
